St.Gallus Villingendorf Kirchen und Kapellen

 

 

Patrozinium: 16. Oktober


Sitzplätze: 600

 

Kirche St. Gallus: Blick auf Altarraum


Geschichte:

An Stelle einer alten Kirche, über deren Herkunft nur noch Teile des Turmes Zeugnis geben, wurde 1786 ein neues, 200 Personen fassendes Gotteshaus in spätem Barock errichtet, das 1802 von Weihbischof C.A. von Bissingen eingeweiht wurde. Dieses zeigte sich aber bald als zu klein. Die Gemeinde erstellte deshalb unter Baumeister Hetzinger, Rottweil, in den Jahren 1882/63 eine 380 Gläubige fassende dreischiffige Kirche und erhöhte den Turm auf 38,5 m. Die Einweihung nahm am 16. Oktober 1883, dem Feste des Kirchenpatrons, Bischof Dr.Carl Josef von Hefele vor.

Wegen ungenügender Fundamentierung der Pfeiler musste im Jahre 1937 das Gotteshaus bis auf den Turm und Reste der Außenmauern abgebrochen werden. Trotz beginnender kirchenfeindlicher Zeit wurden durch Baumeister Otto Lindner, Stuttgart, u.a. das Langhaus um 5,50 m nach Westen verlängert, die Säulen um 2,30 m nach außen verlegt und eine Holzkassettendecke eingezogen. Der grundlegende Umbau, der am 12. Dezember 1937 von Bischof Joannes Baptista Sproll feierlich eingeweiht werden konnte, zeigt eine lichte Weite im Langhaus von 30,90 m x 15,70 m x 10,80 m bzw. an den Seitengängen 9,50 m, im Chor von 10,20 m x 7,40 m und bietet ca. 570 Personen Platz. Die Außenmaße des Turmes betragen 5,70 m x 4,60 m, die der Kirche 47 m x 17,20 m.

Nach mehreren inneren Umgestaltungen, vor allem 1955 und 1965, erfolgte 1989 eine größere Renovation, bei der neben den neuen Kunstgegenständen des Altarraumes auch alte Kunstschätze, die meist aus der ehemaligen Johanniterkirche in Rottweil stammen, wieder eingebaut wurden. Die Altarweihe fand am 17. Dezember 1969 durch Erzbischof Dr. Läszlb Dankö, Kalocsa, Ungarn, im Auftrag des Bischofs Dr. Walter Kasper statt.

Das 1990 neu gestaltete Gotteshaus lädt nicht nur zu sakralen Feiern oder stillen Betrachtungen ein, die Spannweite von fast 500 Jahren Kunstgeschichte zeigt sich in den meisterhaften spätgotischen Seitenaltarszenen bis hin zu der modernen Altarraumgestaltung und gibt damit nicht nur Einblicke in die Glaubensbekenntnisse der jeweiligen Zeit, sondern auch in die Opferbereitschaft der Dorfbewohner.

Kruzifix:

Corpus 3,80 m. Holzbalken 4,17x 2,05m.
Erstellt von: Josef Albrecht, Oberammergau, 1938
Farbgebung: 1989 den Reliefs der Seitenaltäre angepaßt von Franz Heinger, Inzighofen, 1989

Seitenaltäre:

Marienaltar Vier Relieftafeln mit Ereignissen aus dem Leben der Gottesmutter :
Christi Geburt, Anbetung der Könige, Beschneidung Christi, Tod Mariens.
Lindenholz, spätgotisch um 1510, Schreintüren eines Marienaltares aus der ehem. Johanni- terkirche in Rottweil, vermutlich oherreinisch.-elsässische Werkstatt Hans Wydyz.
Fassung: Franz Heinzier, Inzighofen, 1989

Grablegung Christi:

Lindenrelief, spätgotisch um 1520, Mittelrelief vom Heiliggabtabel aus der ehem. Johanniterkirche in Rottweil, vermutlich oberrheinische Werkstatt Hans Wydyz.

Beichtkapelle:

22. Pieta
Größte Pieta des Kreises, um 1710/30 von U. Faulhaber oder Geiger, Schömberg Vermutlich aus der Johanniterkirche in Rottweil.
1938 von Schmer, München restauriert.


Glocken:

 Name:  Tonart:  Gewicht:  

 Dreifaligkeitsglocke "Es" 1 100 kg  Schutzmantelglocke "Ges" 600 kg  Josef u. Gallusglocke  "As" 400 kg  Sturm u. Totenglocke "B" 300 kg

  

 

Erstellt von: Grüninger Söhne, Strass b. Neu-Ulm, 1950

 

Orgel

Haupt-, Schwell- und Pedalwerk, 24 Register auf zwei Manualen. Winfried Albiez, Lindau, 1981